Lake Pukaki

Nach zwei Nächten in Christchurch ging es heute schon wieder zurück zum Flughafen. Diesmal stiegen wir jedoch nicht in ein Flugzeug, sondern an der Vermietstation in unseren Minicamper. Unser Jucy Condo scheint schon etliche Kilometer auf dem Buckel zu haben und ist nicht gerade fabrikneu. Trotzdem funktioniert alles und von der Größe ist er genauso wie wir uns das vorgestellt hatten. Nachdem wir dann auch das Lenkrad auf der falschen Seite gefunden hatten, stürzten wir uns in den Linksverkehr. Am Anfang war das schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit kommt man ganz gut zurecht. Als erstes sind wir zu einem Supermarkt gefahren, um eine Grundausstattung an Essen, Trinken, zwei Tassen und einen Topf einzukaufen. Dann ging es zu unserem ersten Ziel, dem Lake Pukaki. Auf dem Weg kamen wir am Lake Tekapo vorbei, der uns direkt aus den Schlappen warf. Durch Schmelzwasser von Gletschern und seinem feingeschliffenen Felsuntergrund hat der Lake Tekapo eine intensive türkise Farbe und jeder Postkartenfotograf würde hier Luftsprünge machen.

Der Lake Pukaki hat eine ähnliche Farbe und im Hintergrund erhebt sich der Mt Cook, der höchste Berg in Neuseeland. Hier schlugen wir auch unser Lager auf einem freien Campingplatz auf. Außer einem Plumpsklo gab es hier nichts was beim Campen nützlich wäre wie fließend Wasser oder Strom. Andreas kann auch bestätigen das das Plumpsklo nicht ansatzweise nutzbar war. Dafür hatten wir von unserem Camper eine spektakuläre Aussicht. Die Bratkartoffeln zum Abendbrot schmeckten vor dieser Kulisse ausgezeichnet.

Ankunft in Christchurch

Endlich war es soweit. Freitags um 21:40 Uhr Ortszeit München startete unser Airbus 380 der Emirates Airline Richtung Neuseeland. Zwei Zwischenstopps und 34 Stunden später landeten wir in Christchurch. Der Flug an sich war ziemlich entspannt und Emirates macht einen guten Eindruck. Am Flughafen nahmen wir für 8 Neuseeländische Dollar pro Person den Metrobus Richtung Stadtzentrum. Im Hotelzimmer angekommen fiel Andrea direkt in ein tiefes Schlafkoma, während Andreas seine letzten Reserven für das weitere Überleben sammelte. Nahrungsbeschaffungsmaßnahme stand noch auf dem Programm und als erfahrener Jäger und Sammler ging es noch auf die erfolgreiche Jagd in einen Supermarkt (es gab Instantnudelsuppe).
Für den nächsten Tag hatten wir uns das Stadtzentrum von Christchurch vorgenommen. Die Spuren der Erdbeben 2010/2011 sind allgegenwärtig und die gesamte Innenstadt ist eine riesige Baustelle. Zwischen vielen Ruinen und geräumten Grundstücken entsteht langsam die neue Innenstadt. An einigen Freiflächen sind sogenannte Gap Filler zu bewundern. Dabei handelt es sich um kleine Projekte, die temporär installiert sind, um die Stadt aufzuhübschen und Menschen interessante Treffpunkte zu bieten.
Der Hagley Park ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Das Canterbury Museum im Park ist schön gemacht und der Botanische Garten bietet viel Platz zum Spazierengehen und Erholen. Natürlich macht so viel Herumlaufen ziemlich hungrig. In einem kleinen Labyrinth von bunten (Bau)Containern ist mit der Re:START MALL ein kleines Einkaufscenter in Nähe des Cathedral Square mit Essenständen und Shops entstanden. Hier gab es eine Menge Takeaways, die gerade zur Mittagszeit gut besucht sind. Leider wird diese nette Ecke früher oder später wieder verschwinden. Insgesamt empfanden wir Christchurch als entspannte Stadt und es wird spannend, wie es hier in einigen Jahren aussehen wird.
Morgen geht’s dann zur Automietstation, wo hoffentlich unser Jucy Condo auf uns wartet…

Jucy Condo

Wie kommen wir nun innerhalb von vier Wochen von Christchurch nach Auckland? Ähnlich wie wir es in Vietnam gemacht hatten, gibt es in Neusseeland auch Hop on Hop off Bustickets. Um einiges flexibler ist man jedoch mit einem Mietwagen unterwegs und so ist auch unser Plan. Einfach ein kleiner Mietwagen und damit die Südinsel erkunden und danach weiter Richtung Norden. Unterwegs sucht man sich entsprechend Hostels und bleibt wo es einem gefällt.
Je mehr man sich mit dem Land beschäftigt, desto öfters stolpert man über das Thema Camping. Das ist in Neuseeland recht populär und durch viele Campingplätze auch sehr leicht möglich. Prinzipiell ist Camping fast überall erlaubt, außer Land ist umzäunt oder entsprechende Verbotsschilder sind aufgestellt. Dadurch gibt es viele schöne Plätze zum Campen mitten in der Natur und relativ abgeschieden. Das hat uns neugierig gemacht und wir haben uns mehr mit dem Thema Camping beschäftigt. Ganz auf Komfort verzichten und mit einem Zelt umher reisen wollten wir nicht. Wir wollten aber auch keinen riesigen Camper durch das Land bewegen und uns offen halten hier und da vielleicht doch mal in einem Hotel zu übernachten und die Annehmlichkeiten in einer festen Behausung zu genießen. Warum also kein „Zwischending“? So ein bisschen Camper aber auch nicht zu viel…quasi einen MiniCamper.
Es gibt viele Anbieter für jede Art von Camper in Neuseeland und die Preise mit ca 90 Euro aufwärts (pro Tag) sind nicht ohne. Auf mehreren Seiten wird immer wieder darauf hingewiesen Autos und Camper nicht direkt bei den Anbieter zu buchen sondern über Agenturen zu gehen, da die Preise dort oft niedriger sind. Bei unserer Suche konnten wir das auch bestätigen und wir buchten letztendlich über TSA Travelservice ein Minicamper bei jucyrentals. Der kleine bunte Kollege hört auf den Namen Jucy Condo, hat das Lenkrad auf der falschen Seite und hat genau die Größe und Ausstattung nach der wir gesucht hatten. Die Buchung über den Travelservice lief sehr reibungslos und einfach. Jetzt können wir uns schonmal langsam mit dem Gedanken vertraut machen vier Wochen auf der falschen Seite zu fahren.

Das ist ganz schön weit weg!

Der letzte Urlaub ist nun doch schon eine ganze Weile her und es wird Zeit mal wieder den Rucksack zu packen. Mitte Januar wollen wir für vier Wochen nach Neuseeland aufbrechen. Der Inselstaat im südlichen Pazifik stand neben vielen anderen Ländern schon eine ganze Weile auf unserer Wunschliste und nachdem wir jetzt auch frei bekommen haben, steht dem Vorhaben nichts mehr im Weg. In ungefähr zwei Monaten soll es losgehen, höchste Zeit alles Nötige vorzubereiten.
Also Rechner an und in den verschiedensten Flugbörsen nach Flügen gesucht. Die Flugzeiten ans andere Ende der Welt sind schon enorm und wir dürfen uns auf eine lange Reise einstellen. Letztendlich buchten wir mit Emirates Flüge die jeweils insgesamt 30 Stunden dauern und zwei Zwischenstopps haben. Schon verdammt lang! Ich weiß gar nicht ob es viele Ziele gibt die noch weiter weg sind. Wir starten unsere Tour auf der Südinsel und fliegen von München nach Christchurch. Am Ende der Tour sind wir dann hoffentlich pünktlich in Auckland, wo es dann wieder zurück in die Heimat geht.
In den nächsten Tagen geht es an die weiteren Planungen für den Urlaub. Momentan überlegen wir ob wir die Tour mit einem Minicamper oder einen normalen Mietwagen machen wollen. Dazu dann später mehr.