Tissa – Slicks und Elefanten

Unsere nächste Station war Tissamaharama oder auch häufig nur Tissa genannt. Der Ort ist umgeben von Nationalparks und wird häufig als Ausgangspunkt für Safaris genommen. Yala ist der größte und bekannteste Park, jedoch im September und Oktober wegen der Trockenzeit größtenteils geschlossen. Wir wollten trotzdem eine Safari machen und buchten eine Tour im Bundala Nationalpark. Nun mussten wir nur noch irgendwie von Arugam Bay nach Tissa kommen. Mit dem Bus wäre die Reise sehr langwierig und mit öfteren Umsteigen verbunden. Deshalb entschieden wir uns wieder für ein Taxi. Um die Provisionen der Agenturen oder Hotels zu sparen, hörten wir uns auf der Hauptstrasse von Arugam Bay um. Über einen Tuk Tuk Fahrer, der jemanden kannte, dessen Schwager wiederum jemanden kannte usw… konnten wir einen Fahrer für einen guten Preis arrangieren. Es kostete 8000 Rupien (knapp 50 Euro) und ein Wagen mit Klimaanlage wurde versprochen, was für die Strecke ein guter Preis ist.
In Sri Lanka fahren neben den vielen Tuk Tuks und Motorrädern vergleichsweise neue Autos auf den Straßen. Unser Fahrer tauchte tatsächlich pünktlich am Hotel auf. Er kam mit einen älterer Suzuki und der gehörte definitiv nicht zu den modernen Autos. Eine Klimaanlage war vorhanden und das Gepäck passte auch in den Kofferraum, also stiegen wir ein. Die Gurte auf der Rückbank waren zwar vorhanden, leider fehlten die Befestigungen zum Anschnallen. Dann also ohne Anschnallen, was gerade bei dem Verkehr und der Fahrweise in Asien etwas Unwohlsein verursachte. Laut Tacho fuhren wir jedoch nie schneller als 0 km/h, was aber eher am kaputten Tachometer als an der wirklichen Geschwindigkeit lag. Umso funktionstüchtiger zeigten sich die Instrumente für die Motortemperatur. Neben der ständig brennenden Motorkontrollleuchte, stieg die Motortemperatur bedenklich Richtung roten Bereich. Unser Fahrer reagierte und stellte die Klimaanlage aus, so wurde es uns wenigstens nicht zu kalt.
Auf dem Weg von Arugam Bay nach Tissa fährt man ein Stück durch einen Nationalpark mit Dschungel links und rechts der Straße. So kommt es vor das plötzlich auch mal ein Elefant auf der Straße steht und etwas zu Fressen haben möchte. Unser Fahrer hatte vorgesorgt und ein paar kleine Melonen eingekauft, welche Andreas jetzt aus dem Fenster zum Elefant geben sollte. Wir wussten das genau das der Grund ist das der Elefant hier steht. Sie warten hier auf Touristen aber auch auf Einheimische und wissen das es etwas Obst oder Ähnliches gibt. Dabei ist es verboten Tiere im Nationalpark zu füttern und kann teilweise auch gefährlich werden. Es handelt sich dabei um wilde Tiere und selbst unser Fahrer erzählte uns von Zwischenfällen, wo die Elefanten plötzlich unbequem wurden. Wir spielten mit und gaben die Melone aus dem Fenster, da sich der Dickhäuter vorher auch keinen Zentimeter bewegte und wir nicht vorbei kamen. Ganz wohl war uns bei der Sache aber nicht und wir waren froh als wir am Elefant vorbei fahren konnten.
Nach drei Stunden Fahrt hatten wir unser Hotel in Tissa erreicht. Beim Aussteigen konnten wir mehr oder weniger zufällig noch einen Blick auf die Rennreifen des Taxis erhaschen. Für die heutige Fahrt wurden die guten alten Slicks aufgezogen. Von einem Profil war nichts mehr zu sehen und wir waren froh das unser Fahrer gefühlt (Tacho funktionierte ja nicht) nie schneller als 50 km/h gefahren war. Trotzdem sind wir gut im Coconut Gardens Hotel angekommen.
Nach einer Pause machten wir uns zu Fuß noch auf dem Weg zwei Tempel zu besichtigen. Die große Dagoba und die Sandagiri Dagoba waren nur von Einheimischen zum Beten besucht. Insgesamt hatten wir kaum Touristen in Tissa gesehen. Die scheinen alle auf Safari zu sein. Auch wenn wir heute schon eine kleine Safari hatten, werden wir es morgen in einem hoffentlich besseren Gefährt noch einmal probieren.

A brother from another mother in Arugam Bay

In den letzten drei Tagen waren wir mal so richtig faul. Außer Schlafen, Essen, Strand, Baden und Surfen stand nichts auf dem Programm. Wir brauchten einen Tag um richtig in Arugam Bay anzukommen. Im Jahr 2004 wurde der Ort vom Tsunami stark zerstört und es sind immer noch Spuren zu sehen. Trotzdem zieht es vor allem Surfer an den Strand im Osten der Insel. Es ist weltweit ein beliebter Spot zum Wellenreiten und an einem Break laufen die Wellen parallel zum Strand und Wellenritts bis zu 400 Meter sind möglich. Das Wasser ist angenehm warm und selbst für Anfänger finden sich ein paar Wellen. Ohne es beim Buchen zu wissen, befand sich unser Hotel direkt am Spot für Anfänger. Andreas konnte nicht anders und lieh sich auch ein Surfboard aus. Ein paar Versuche später musste er leider wegen seiner Sehnenentzündung, welche er seit ein paar Wochen hat, aufgeben. Das war sehr Schade, da die Bedingungen hier perfekt sind und die Lust beim Zuschauen immer größer wurde. Also begnügten wir uns mit Baden, was bei den großen Wellen auch Spaß machte. Mit etwas Geschick konnte man auch ohne Board, einfach mit dem eigenen Körper, surfen.
Natürlich gibt es in Arugam Bay entsprechend viele Surfshops. Da wir keine Rashguards (die Shirts die man beim Surfen trägt) im Gepäck hatten, mussten wir uns diese noch in einen der Shops zu legen. Hier wurde Andreas von einem der Verkäufer begrüsst als ob man sich kannte. Der Verkäufer ging fest davon aus Andreas schon im Laden gesehen zu haben und konnte es nicht fassen, als wir ihm etwas anderes erzählten. Mit „Maybe is a brother from another mother“ verabschiedete er sich immer noch zweifelnd.
Beim Essen probierten wir einige Restaurants aus, von denen man nicht alle wirklich als Restaurant bezeichnen konnte. Im Hung Time, einer kleinen Hütte in der es hauptsächlich Roti (eine Art Pfannkuchen oder Fladen) und Curry für die Einheimischen gab, erlangte Andreas schnell eine gewisse Berühmtheit. Andreas hatte mal wieder richtig Hunger und bestellte zum Frühstück gleich zwei Portionen. Danach bestellte er noch einen großen Obstteller und dann nahm er sich auch noch etwas zum später essen mit. Fortan wurden wir jedesmal beim Vorbeilaufen gegrüßt und man hoffte das Herr „Nimmersatt“ noch einmal zuschlägt und den Tagesumsatz sichert.
Nach drei Tagen Sonne, Strand und Meer galt es Abschied nehmen von Arugam Bay. Irgendwie hat der Ort einen gewissen Charme und zum Surfen und am Strand liegen ist er perfekt. Es ist zwar recht heiß aber am Meer lässt es sich durch den ständigen Wind gut aushalten. Vielleicht kommen wir noch einmal ohne Verletzungen und Wehwehchen wieder und können dann mehr Surfen.

Little Adams Peak

In Ella machten wir nur für eine Nacht Station. Bevor es weiter Richtung Arugam Bay ging, wollten wir vormittags die Umgebung erkunden. Es bieten sich ein paar Wanderungen an und wir entschlossen uns auf den Little Adams Peak zu gehen. Beim Frühstück auf der schönen Veranda unseres Gästehauses, lernten wir ein deutsches Paar kennen. Sie waren mit ihrer 10 Monate alten Tochter unterwegs und die Kleine schien es bisher ganz gut zu meistern.
Nachdem wir unser Gepäck bei der Gastfamilie untergestellt hatten, machten wir uns auf den Weg. Die Wanderung ist ziemlich leicht und der Aufstieg ist trotz Hitze gut machbar. Wie schon auf der Zugfahrt ist die Landschaft sehr reizvoll und nach einer Stunde waren wir auf dem Gipfel. Von dort hatte man einen schönen Rundumblick auf Ella und die angrenzenden Berge. Auf dem Rückweg bogen wir noch in Richtung Nine Arch Bridge, einer alten Eisenbahnbrücke, ab.
Nach unserer Rückkehr ging es mit dem Auto Richtung Arugam Bay. Die Fahrt zur Ostküste dauerte 3 Stunden und als wir Ausstiegen erschlug uns die Hitze. Wir brauchten etwas Zeit bis wir uns an die Temperaturen gewöhnt hatten. Unser Zimmer im Stardust Beach Hotel ist sehr geräumig. Das Hotel hat seine besten Zeiten schon hinter sich und das Restaurant ist sehr teuer. Wir haben jetzt jedoch 3 Tage Zeit die Restaurants im Ort zu probieren. Ansonsten werden wir den Strand geniessen und schauen was die Surfer drauf haben.

Mit dem Zug von Kandy nach Ella

Heute Morgen nahmen wir Abschied von der Villa 49 in Kandy. Wir hatten uns hier sehr wohl gefühlt und können das Hotel nur weiterempfehlen. Mit dem Tuk Tuk ging es ungefähr 20 Minuten durch den dichten Berufsverkehr zum Bahnhof in Kandy. Über unseren Fahrer hatten wir uns schon zwei Tickets im voraus besorgen lassen. Es gab nur noch Sitzplätze in der dritten Klasse und wir waren uns nicht sicher was uns erwarten würde. Zugtickets in Sri Lanka sind sehr preiswert und für unsere sechsstündige Reise nach Ella haben wir pro Person 2,50 Euro bezahlt. Die Strecke ist sehr beliebt, da es landschaftlich sehr reizvoll sein soll. Am Bahnhof warteten fast nur Backpacker am Gleis und nur wenige Einheimische wollten heute nach Ella.
Als der Zug gegen 9 Uhr einfuhr und wir unseren Wagen gefunden hatten, waren wir positiv überrascht. In der dritten Klasse war es jetzt zwar nicht luxuriös aber jeder fand Platz für sich und sein Gepäck. Neben Andreas saß ein Einheimischer welcher ganz gut deutsch sprach. Er war vor 10 Jahren auf einer Fähre nach Helgoland beschäftigt und lebte in Hamburg. Er reiste mit seinem Sohn und der Schwiegertochter nach Ella und gab auf der Fahrt ein paar Infos zu dem was links und rechts der Strecke zu sehen war.
Mit 30 bis 40 km/h fuhr der Zug in den nächsten Stunden durch sehr schöne Landschaften. Der höchste Bahnhof lag auf über 1800 Meter Höhe und man hatte teilweise einen schönen Fernblick in die Berge. Sechs Stunden sind sehr lang aber die Fahrt lohnt sich wirklich.
Am Nachmittag erreichten wir Ella und bis zu unserer Unterkunft waren es nur 400 Meter zu Fuß. Im Guesthouse 59B Rest Inn wurden wir sehr freundlich begrüßt. Das Gästehaus besitzt nur zwei Zimmer mit einer schönen Veranda. Dort gab es zur Begrüßung Kuchen und Tee und die Gastfamilie macht einen sehr netten Eindruck.
Nachdem wir uns von der langen Zugreise erholt hatten, gingen wir noch auf die Jagd nach etwas zum Essen. In Ella ist es einfach etwas zu finden. Die Hauptstrasse ist voller Restaurants von denen viele sehr gute Bewertungen im Internet haben. Das Cafe Chill sah sehr gemütlich aus und wurde an diesem Abend unser Jagdrevier. Neben der lokalen Küche gab es hier auch allerhand Gerichte aus der ganzen Welt. Sechs Köche hatten alle Hände voll zu tun, das gut besuchte Restaurant zu versorgen. Wir wagten uns heute an die scharfe lokale Küche und es gab Reis und Curry. Da hier fast alle Gäste Touristen waren, scheinen die Köche, was den Schärfegrad betrifft, gnädig zu sein. Außer einem leicht brennenden Mund, einer laufenden Nase und vielleicht einer klitzekleinen Träne war das Essen gerade noch an der Grenze der erträglichen Schärfe. Als Belohnung gab es noch Pancakes mit Bananen und Schokolade. Außerdem probierten wir das Bier aus Sri Lanka – Lion Lager. Es ist recht mild aber es geht schon irgendwie. 🙂

Elefanten zum Anfassen

Heute war unser zweiter und letzter Tag in Kandy. Am Vormittag wollten wir etwas in der näheren Umgebung unternehmen. Zuerst hatten wir die Idee etwas zu wandern aber irgendwie war uns nicht danach. Ein Highlight für Touristen ist hier das Elefantenwaisenhaus in Pinnawala, ca. 30 Kilometer entfernt. Das klingt erstmal recht interessant, da die ursprüngliche Idee den Tieren zu helfen großartig ist. Wir fanden jedoch viele kritische Stimmen, dass es mittlerweile nicht mehr um die Tiere geht, sondern nur noch ein Geschäft zum Geldverdienen ist. Wir entschlossen uns ein eigenes Bild von dem Waisenhaus zu machen und fuhren nach dem Frühstück los. Pünktlich um 9:15 Uhr kamen wir mit vielen anderen Touristen in Pinnawala zur Milchfütterung der Jungtiere an. Der Eintritt pro Person beträgt momentan fast 16 Euro und riss direkt ein Loch in den Geldbeutel. Dann wurden drei junge Elefanten in eine Art Arena geführt und von den Pflegern mit Milch versorgt. Danach konnte man auf dem Gelände arbeitende Elefanten beobachten bevor jeder zum Fotoshooting mit den Dickhäutern eingeladen wurde. Die Tiere wurden in Pose gebracht und durften auch angefasst werden. Wir haben uns und dem Tier das ganze Prozedere erspart.
Gegen 10 Uhr wurden einige der Tiere durch eine Straße zum Fluß getrieben, wo es ein Bad gab. Jetzt war es Zeit, dass man von jedem Ladenbesitzer ins Geschäft eingeladen wurde, um die besten Andenken der Stadt zu erstehen.
Zusammenfassend kann man Bestätigen dass Pinnawala mittlerweile nur noch für den Tourismus existiert. Außer den Pflegern und den Verkäufern sind nur Touristen anwesend. Die Tiere werden die ganze Zeit vorgeführt und wir sind uns nicht sicher ob das wirklich das Beste für die Elefanten ist. Die Preise sind im ganzen Ort überzogen und man wird pausenlos mit Angeboten überschüttet. Auf der anderen Seite muss man eingestehen eine so große Zahl von Elefanten – 78 Tiere leben momentan im Waisenhaus – aus der Nähe beobachten zu können ist schon beeindruckend und verständlicher Weise zieht das die Besucher an. Es wäre jedoch schön die Tiere nicht so vorzuführen und Ihnen mehr Freiräume zu lassen. Man kann die Elefanten sicher sehr gut beobachten, ohne sie komplett den Touristen zur Verfügung zu stellen.
Den Nachmittag verbrachten wir dann im Zentrum von Kandy. Erst ging es zum Kraft sammeln in ein Cafe bevor wir zum Shopping aufbrachen. Danach ging es am Kandy See vorbei wieder zurück ins Hotel. Heute werden wir zeitig ins Bett gehen, da es morgen mit dem Zug nach Ella geht.

Kandy – Die Geschichte von Tabletten und einem Zahn

Unsere erste Nacht in Sri Lanka liegt hinter uns und wir haben geschlafen wie die Murmeltiere. Natürlich beginnt man den Tag am besten mit einem ordentlichen Frühstück und wir waren schon gespannt was unser Hotel diesbezüglich zu bieten hat. Neben einen Obstteller gab es Kaffee, Rührei, Toast und Waffeln. Die Marmelade wird im Haus selbstgemacht und heute gab es Passionsfrucht-Bananen-Marmelade und Tomatenmarmelade. Beides war uns so in der Form nicht bekannt aber es war durchaus sehr lecker.
Nachdem wir einige organisatorische Sachen im Hotel erledigt hatten, ging es mit unserem Fahrer vom Vortag, Praboda, zum Botanischen Garten. Als wir ins Auto einstiegen fragte er uns wie wohl Tabletten hergestellt werden. Wir schauten uns beide an und zweifelten zuerst an unseren Englischkenntnissen. Ohne jeglichen Zusammenhang nach der Herstellung von Tabletten zu fragen war jetzt nicht was wir erwartet hatten. Wir versuchten nach besten Wissen und Gewissen die Kunst der „Pillendreherei“ zu erläutern. Nachdem der Fahrer danach mit einem Angestellten vom Hotel geredet hatte, klärte er uns auf. Der Angestellte bekam anscheinend erstmals Tabletten verschrieben und lebte bisher nur von der hier traditionellen Medizin aus Kräutern, Massagen oder Ähnlichem. Die Tabletten schienen ihm etwas suspekt und er wollte über die Herstellung aufgeklärt werden…wir hoffen das wir ausreichend helfen konnten.
Auf dem Weg zum Botanischen Garten machten wir noch Halt an einem schönen Aussichtspunkt. Man konnte hier über ganz Kandy mit dem See im Vordergrund schauen. Dann ging es weiter und die nächsten zwei Stunden erkundeten wir den Botanischen Garten. Hier gibt es eine Vielfalt tropischer Pflanzen und ein Spaziergang durch die Alleen ist sehr interessant. Einzig der gestiegene Eintrittspreis von fast 10 Euro für Ausländer war etwas überzogen. Das haben wir im Vorfeld jedoch schon des Öfteren gelesen und wir befürchten in den nächsten Tagen viel Geld für Tickets zu investieren. Trotzdem verflogen die zwei Stunden im Garten wie im Flug. Neben riesigen Bambusbäumen, Palmen, Orchideen, Kräutern und vielen anderen Gewächsen faszinierten uns noch die Mengen an Affen die ihre Jungen durch die Gegend trugen.
Nach soviel „Aktion“ war es Zeit für etwas Entspannung. Wir stoppten noch kurz an einem Soldatenfriedhof aus dem zweiten Weltkrieg bevor es zur Massage ging. Fährt man nach Sri Lanka kommt man an dem Thema Ayurveda – dem Wissen vom gesunden Leben – nicht vorbei. Es handelt sich dabei um ganzheitliche Naturmedizin und Massagen sind eine Anwendung davon. Andrea wollte das mal ausprobieren und Andreas gab seinen Widerstand bald auf, auch wenn es nicht seine liebste Beschäftigung ist. Es gab für beide eine 30 minütige Kopf-Nacken-Fuss-Massage mit duftenden Ölen und entspannender Musik. Zumindest Andrea konnte es geniessen und fand es sehr entspannend.
Am frühen Abend machten wir uns auf den Weg zum Tempel des heiligen Zahn. Im Tempel wird ein Zahn Buddhas aufbewahrt, der von einer indischen Prinzessin im Haar versteckt nach Sri Lanka geschmuggelt wurde. Es handelt sich um das größte Heiligtum in Sri Lanka. Dreimal täglich gibt es eine Prozession, in der ein Mönch vor dem heiligen Zahn betet. Das wird von lauten Trommeln und Musik begleitet. Gegen 18:15 Uhr begann das Ritual und es war spannend dem Treiben der vielen Gläubigen zu folgen.
Am Abend machten wir uns auf den Weg ins Stadtinnere. Nach unseren Recherchen sollte es dort ein Streetfood Stand mit dem Namen „Licensed to Grill“ geben, der preiswerte und leckere Wraps sowie Burger anbietet. Die Bewertungen von Tripadvisor lagen nicht falsch und Andreas hat sogar zwei Wraps verdrückt. So kann man den ersten Tag gut ausklingen lassen.

Sri Lanka – Träne Indiens

Nachdem der Sommer in Deutschland langsam zu Ende geht, dachten wir uns einfach noch ein paar Tage in die Verlängerung zu gehen. Sri Lanka ist kaum größer als Bayern und wird als Träne Indiens bezeichnet. Wir haben 14 Tage Zeit das Land zu bereisen und sicher werden auch ein paar Tage am Strand dabei sein.
Mit Emirates buchten wir vor ein paar Wochen für unter 500 Euro recht günstige Flüge und gestern um 22:35 Uhr starteten wir in München. Der Flug war recht komfortabel und Emirates zählt für uns mit zu den besten Airlines. Ungefähr 14 Stunden später, wir hatten 4 Stunden Aufenthalt in Dubai, landeten wir in Colombo. Unsere erste Station war die alte Königsstadt Kandy und wir hatten im Voraus ein Hotel inklusive Flughafenshuttle gebucht. Unser Fahrer wartete schon auf uns und nachdem wir uns noch etwas Bargeld besorgt haben ging es zum Auto. Bei 30 Grad und recht hoher Luftfeuchtigkeit traf uns gleich erstmal der Hitzehammer.
Die Fahrt nach Kandy dauerte ungefähr 3 Stunden. Es sind zwar nur 120 Kilometer zu fahren aber der Verkehr hat es in sich. Es brauchte erstmal eine Stunde damit wir uns wieder an die asiatischen Verkehrsgegebenheiten gewöhnt hatten. Es herrscht halt Krieg auf den Strassen von Asien. Der Stärkste hat immer Vorfahrt und alle 3 Minuten sieht man sich in einem Unfall verwickelt … aber irgendwie funktioniert das Durcheinander dann doch.
Von unserem Hotel „Villa 49“ waren wir positiv überrascht. Wir haben ein schönes Zimmer und das Personal ist bisher sehr freundlich. Es war mittlerweile 20 Uhr und nach einer Tasse Tee gingen wir noch ins Garden Cafe. Das Lokal liegt direkt am Kandy-See, nur 2 Minuten von der Villa 49 entfernt. Der Laden selbst macht rein optisch nicht den besten Eindruck. Man bekommt hier aber sehr preiswert gute lokale Gerichte und kann diese auch mitnehmen. Da wir mittlerweile sehr müde waren genau das Richtige für uns. Wir bestellten für ungefähr 1,60 Euro gebratenen Reis mit Ei und hatten schon etwas Angst wie scharf unser Gericht wohl sein wird. Das Essen in Sri Lanka soll zu den „schärfsten“ der Welt zählen und was das betrifft sind wir beiden doch eher Weicheier. Beim Warten auf unser Essen stiegt uns ein so starker Knoblauch Geruch in die Nase das wir gleich einen Hustenanfall bekamen. Als unser Essen fertig war gingen wir zurück ins Hotel und wagten uns an den Reis. Die Köche waren gnädig. Sie mischten das Chili nicht direkt ins Essen, sondern legten es einfach an den Rand. So konnte man selbst bestimmen wie scharf man seinen Reis haben wollte. Das Ei war etwas merkwürdig gekocht und gewürzt aber trotzdem schmeckte uns der erste Kontakt mit der lokalen Küche. Danach fielen wir nur noch ins Bett und wir freuen uns jetzt auf die nächsten Tage.

Zu Besuch bei Franz und Sissi

Ein verlängertes Wochenende stand vor der Tür und die Millers waren mal wieder reif für einen Ausflug. Bei den Hauptstädten Europas haben wir noch immer ein großen Aufholbedarf und Wien ist nur wenige Autostunden von München entfernt. Trotz kurzfristigen Entschlusses gab es noch einige Zimmer in der Innenstadt von Wien zu buchen und so starteten wir Freitag direkt nach der Arbeit zu einem Kurztrip nach Wien.
Nachdem wir abends im Hotel angekommen waren, machten wir uns gleich auf die Suche nach etwas zum Essen. Vom Hotel waren es nur wenige Meter bis zum Naschmarkt. Die Geschäfte und Stände hatten zwar schon geschlossen, jedoch gab es genug Lokale wo es für uns auch noch ein Plätzchen gab.
Am nächsten Tag nahmen wir uns die Wiener Innenstadt vor und starteten unsere Tour an der Karlskirche. Weiter ging es zur Oper, entlang am Original Sacher Cafe bis zur Domkirche St. Stephans. Schnell merkten wir das es hier an jeder Ecke etwas zu sehen gab und wir kamen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Unter anderem spazierten wir zur Kirche St. Peter, der Hofburg, dem Rathaus, dem Parlament und zum Maria Theresien Platz. Ein schönes Gebäude folgte auf dem anderen und zur Abwechslung schlenderten wir durch die schönen Gärten in der Nähe der Hofburg. Auf dem Rathausplatz fanden gerade die Filmfestspiele statt, wo es eine reiche Auswahl an Leckereien gab. Nachdem wir den ganzen Tag auf den Beinen gewesen sind, war das am Abend genau das Richtige für uns. Mit etwas leckerem zu Essen und Trinken verbrachten wir den Abend auf dem Film Festival.
Am nächsten Tag besorgten wir uns ein Tagesticket für die Öffentlichen Verkehrsmittel, um ein paar Orte außerhalb des Stadtzentrums zu besuchen. Zuerst ging es zum Schloss Schönbrunn, denn an Franz und Sissi kommt man in Wien einfach nicht vorbei. Eine beeindruckende Anlage bietet das Schloss Schönbrunn und trotz schönen Wetters entschieden wir uns auch für eine Führung im Schloss. Nach über zwei Stunden Schönbrunn waren wir aber auch wieder froh den Massen an Menschen zu entfliehen. Als Kontrastprogramm fuhren wir zum Prater wo ganzjährig ein riesiger Rummel mit vielen Attraktionen aufgebaut ist. Wir waren von der Vielfalt der Fahrgeschäfte überrascht und Andrea konnte sich nur schwer zurückhalten die verrücktesten Sachen auszuprobieren. Bevor wir uns Abends wieder auf den Weg zu den Filmfestspielen machten, besuchten wir noch das Hundertwasserhaus.
Der Besuch in Wien war ein gelungener Ausflug und die Stadt ist wirklich sehenswert. Sehr gut möglich das es uns irgendwann nochmal nach Hause zu Franz und Sissi verschlägt.

Skydive Interlaken

Dieses Jahr gab es für Andrea ein etwas außergewöhnliches Geburtstagsgeschenk. Fallschirmspringen! Aber nicht irgendwo, sondern an einem Hotspot für Skydiver. Einer dieser Hotspots ist Neuseeland, was uns aber etwas weit erschien und wir nicht wieder 30 Stunden im Flieger verbringen wollten. Nach einiger Suche kamen wir auf Interlaken in der Schweiz. Umgeben von einigen Viertausendern, direkt zwischen dem Thuner- und Brienzersee ist der Ort genau der Richtige um in die Tiefe zu stürzen. Mit dem Team von „Skydive Interlaken“ fanden wir auch die richtigen Partner um das Abenteuer zu starten.
Da Andreas sich bei Allem was mit Höhe zu tun hat drückt und nur als Unterstützer dabei ist, entschieden sich Andrea’s Eltern einfach mit zu springen – Respekt! Wir starteten Freitag Morgen in ein verlängertes Wochenende und machten auf den Weg nach Interlaken noch einen kleinen Abstecher in die Altstadt von Bern. Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco und ist immer ein Besuch wert. Auch wenn das Wetter nicht auf unserer Seite war, schauten wir uns etwas in der wirklich schönen Stadt um. Der Käfigturm, die Zytglogge, der Bärenpark, der Berner Münster und das Bundeshaus sind alle bequem zu Fuß zu erreichen und sehenswert. Danach ging es weiter Richtung Interlaken. Über Airbnb hatten wir eine Wohnung in Merligen, direkt am Thuner See gebucht.
Am nächsten Tag hatten wir Glück und das Wetter hielt zumindest am Vormittag. Um kurz nach neun waren wir an der Absprungzone des Teams um Skydive Interlaken und konnten schon ein paar Sprünge anderer Wagemutiger beobachten. Dann wurde es auch für Andrea und ihre Eltern ernst und mit einem Helikopter ging es auf 4000 Meter. Noch einmal wurde alles geprüft und ab ging es in die Tiefe. Unsere mutigen Skydiver genossen ihre Sprünge mehr oder weniger und waren sehr begeistert. Andrea wäre am liebsten gleich noch einmal gesprungen. Super Ort zum Springen, Klasse Team – danke an das Skydiver Team.
Den Rest des Tages machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Leider konnten wir die wirklich schöne Gegend um Interlaken nicht weiter erkunden. Trotzdem waren wir glücklich das der Sprung geklappt hat und es ein unvergessliches Erlebnis für alle war.

Hinterm Horizont

Berlin ist immer eine Reise wert und bei uns ist es bestimmt schon zwei Jahre her als wir in unserer Hauptstadt waren. Dieses Jahr bot es sich zu Pfingsten an einen Abstecher in die Stadt zu machen. Wie wir nach den Feiertagen feststellten, war es auch wetter-technisch eine sehr gute Entscheidung. Während im Süden Regen und Kälte Einzug hielten, war es in Berlin meistens sonnig und angenehm warm.
Aufgrund des schönen Wetters nutzen wir die Zeit und hielten uns meistens im Freien auf. Auch wenn man die Klassiker der Sehenswürdigkeiten schon alle gesehen hat, macht es trotzdem Spaß vom Alexanderplatz über die Museumsinsel, weiter an der Spree entlang zum Reichstag, bis hin zum Schloss Bellevue zu spazieren. Für Leib und Wohl gibt es in der Nähe der Hackeschen Märkte genug an netten Kneipen und Bars und sollte man wirklich Zeit und Lust zum Shoppen haben, ist man in Berlin gut aufgehoben.
Ein Museum haben wir dann doch besucht. Das DDR Museum am Berliner Dom ist nicht sehr groß und gut besucht. Entsprechend eng wurde es an den verschiedenen Stationen, wo man teilweise Schränke öffnen und hier und da selbst Handanlegen muss. Trotzdem hat es uns ganz gut Gefallen und passte thematisch zu unserer Abendveranstaltung. Wir hatten uns Karten für das Musical „Hinterm Horizont“ besorgt und waren schon gespannt. Vorher ging es aber noch zum Karneval der Kulturen, wofür extra einige Strassen in Berlin gesperrt werden. Gleich neben an gab es noch ein großes Straßenfest mit vielen Ständen und Ausstellern. Ich weiß nicht wie viel tausend Leute unterwegs waren aber es war sehr kurzweilig und interessant und das Wetter hielt weiterhin.
Abends ging es zum Theater am Potsdamer Platz. Wir sind keine Experten für Musicals aber uns hat „Hinterm Horizont“ ganz gut gefallen. Es war kurzweilig und auch für Theater- bzw. Kulturmuffel wie Andreas mal eine schöne Abwechslung. Insgesamt war es ein schöner Trip nach Berlin und bestimmt kommen wir mal wieder.